Ignatius von Loyola: Die Exerzitien. Johannes Verlag 2010

Die Exerzitien soll man natürlich nicht lesen sondern machen, das stimmt. Wenn man sich zu den großen Exerzitien – 40 Tage – oder den kleinen – 1 Woche – noch nicht durchringen kann, mag ein Blick in Ignatius Werk auf die Sprünge helfen. Den vollen Text gibt es auf deutsch hier oder hier.

Mehr von Ignatius auf ad-fontes.org gibt es hier.

Berühmt ist die „Grundlage“:

Der Mensch ist geschaffen, um Gott, unsern Herrn, zu loben, Ihm Ehrfurcht zu erweisen und Ihm zu dienen und dadurch sein Seelenheil zu wirken. Die übrigen Dinge auf Erden aber sind des Menschen wegen erschaffen, und zwar damit sie ihm bei der Verfolgung des Zieles, für das er geschaffen ist, behilflich seien. Hieraus folgt, dass der Mensch dieselben insoweit benutzen soll, als sie ihm zur Erreichung seines Zieles dienen, und dass er sich von ihnen insoweit trennen muss, als sie ihn daran hindern.

Deshalb ist es notwendig, uns gegen alle geschaffenen Dinge gleichmütig zu stimmen, insoweit es dem eigenen Ermessen unseres freien Willens anheimgestellt und nicht verboten ist, so dass wir unserseits die Gesundheit nicht mehr als die Krankheit wollen, den Reichtum nicht mehr als die Armut, die Ehre nicht mehr als die Schmach, ein langes Leben nicht mehr als ein kurzes und so weiter in allen übrigen Dingen, indem wir einzig das verlangen und wählen, was uns mehr fördert zum Ziel, für das wir geschaffen sind.

Ignatius, Exerzitien, in der Übersetzung von Alfred Feder, 1922