Gastbeitrag von Katharina Feckl
Corrie ten Boom erzählt die Geschichte ihrer Familie im Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg in Amsterdam. Als Christen machen sie es sich zur Aufgabe, Verfolgten Schutz zu bieten und alles zu teilen, was sie besitzen. Dies gelingt solange, bis sie selbst inhaftiert werden.
Sie und ihre Schwester Betsie kommen in das Konzentrationslager nach Ravensbrück und erleben unmenschliche Schrecken. Dennoch verzweifeln sie nicht. Gerade Betsies unerschütterlicher Glaube, ihre für Corrie oft fast schmerzhafte Hoffnung auf die Güte Gottes in allem und ihre tiefe Nächstenliebe, die sogar noch das Nichts von Ravensbrück teilt, machen aus der Hölle auf Erden einen Ort des Himmels.
Inmitten von Flohhorden können sie ungestört Bibel- und Gebetsstunden abhalten und unter den Gefangenen entsteht so etwas wie eine liebende Einheit, wo vorher nur der nackte Kampf ums Überleben und Verzweiflung war.
Es ist ein Buch über die Liebe Gottes, die durch eine Familie in Amsterdam auch in den dunkelsten Stunden der Geschichte strahlt. Es ist ein Buch von weit mehr als Zivilcourage. Es ist ein Buch über Hingabe bis hinein in den Tod – und dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Es ist ein Buch über Vergebung – auch wenn man vergeben muss, dass einem unmenschlichste Lebensbedingungen zugemutet wurden, Beschämung und Gewaltmissbrauch. Und der Tod der eigenen Schwester. Und ein Buch darüber, dass auch an den schrecklichsten Orten der Welt Blumen zu blühen beginnen können.
