Kategorie: Christliche Literatur

  • Evelyn Waugh: Wiedersehen mit Brideshead. Die heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder. Diogenes 2013

    Englische Romantik, Größe der Form. Der Rahmen ist überwältigend, prächtig und latent nostalgisch. Waughs Brideshead ist von einer Christlichkeit, die sich erst auf den letzten Seiten Bahn bricht. In die Pracht des englischen Schloßlebens bricht die Gnade gewaltsam hinein, ohne Anmut, in der Form der Beichte des Schloßherrn an dessen Lebensende. Und wo Gott einmal…

  • C. S. Lewis: Dienstanweisung für einen Unterteufel. Herder 2015

    Grandios, überwältigend und unübertroffen kenntnisreich im Irrgarten der Befangenheit und Freiheit des Menschen zwischen Gottes Gnade und den Einflüsterungen der Dämonen. Es spricht: der Teufel. (Er schreibt seinem in den Verführungskünsten der Dunkelheit wenig begabten Neffen.) Gib ihm vielmehr die großartige, allgemeine Auffassung, er wisse alles, und alles, was er im zufälligen Gespräch oder durch…

  • Henryk Sienkiewicz: Sintflut. eartnow 2018

    Henryk Sienkiewiczs „Sintflut“ ist der polnische Nationalroman und der entsprechende Film von 1974 ist Polens Nationalfilm geworden. Die Sintflut, die über Polen hineinbricht ist der schwedische Krieg. Die Befreiung wird natürlich am heiligen Berg Mariens errungen, an Jasna Gora, also in Tschenstochau. Der Mensch handelt, Gott lenkt: der Roman ist auch die Glaubensgeschichte des Haudegens…

  • Rudolf Linge: Das Leben ist reicher. St. Benno 1962

    Der in Oslo lebende Oberstaatsanwalt Dr. Lars Hansen hat viel erreicht: Wohlstand, gesellschaftliches Ansehen, berufliche Erfolge und eine Jagdhütte an einem idyllischen Fjord für die Stunden der Erholung lassen keinen Grund zur Klage. Eigentlich. Doch dann gerät sein geruhsames Leben durch eine Begegnung ins Wanken, die ihn mit einer lang verdrängten Tat aus der Vergangenheit…

  • Reinhold Schneider: Las Casas vor Karl V. Szenen aus der Konquistadorenzeit. Ullstein 1968

    Reinhold Schneider ist kein Katechet sondern ein Nostalgiker. Er nimmt jedes Stück Habsburger-Geschichte, das er bekommen kann, spürt sich gierig in seine Tiefe und sein Drama hinein, den Leser mit sich reißend, und wringt aus der Menschengeschichte den göttlichen Teil heraus. So steht er neben Las Casas und sieht Gott erst in dessen Seele, dann…

  • Georges Bernanos: Der Betrug. Johannesverlag 2012

    L’imposture ist ein getreulicher Bernanos-Roman: unter seiner Feder schreitet man durch die dunklen Abgründe der Seelen von Priestern und Gläubigen, die der Autor besser kennt als irgendjemand sich selbst kennen könnte. Die Gnade Gottes ist der einzige Weg hinaus aus der Sackgasse menschlicher Finsternis. Bernanos hat in Frankreich nicht umsonst den Status einer Art Laien-Kirchenvaters…

  • Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne. Anaconda 2007

    Wo es Licht gibt, gibt es Schatten. So muss es auch eine Teufelsliteratur geben. Manche davon ist fromm – jedenfalls hoffnungserfüllt, wie Gotthelfs „Spinne“ oder wie die fröhliche Aachener Teufelssage, auch wenn nie recht feststeht, ob es Menschenlist ist, die den Teufel besiegt, oder Gottvertrauen. Manches ist völlig in Dunkelheit umhüllt und der Mensch steht…

  • Sigrid Undset: Katharina Benincasa. Bonner Buchgemeinde 1953

    Mit Katharina Benincasa widmet sich die norwegische Nobelpreisträgerin Sigrid Undset dem Leben und Wirken der heiligen Katharina von Siena. Sie entwirft damit ein weiteres Mal ein inspirierendes Frauenporträt, in dem, anders als bei der historischen Romantrilogie Kristin Lavranstochter, mit der ihr Name untrennbar verbunden ist, die Vita einer Persönlichkeit vor den Augen des Lesers Gestalt…

  • Reinhold Schneider: Philipp der Zweite oder Religion und Macht. Deutsche-Buch-Gemeinschaft 1959

    Der Meister des nostalgischen Wegs in den Glauben öffnet die Tür in das große katholische Spanien des 16. Jahrhunderts. Überwältigend. Reinhold Schneiders Leidenschaft gilt Habsburg einerseits, andererseits Hohenzollern, wie auch immer das beides zusammengehen mag. Mehr von Reinhold Schneider gibt es hier, auf ad-fontes.org. Vor allem aber gibt es hier einiges aus dem Philipp-Buch. Das…

  • Gertrud von le Fort: Der Kranz der Engel. Ehrenwirth 1950

    Der „Kranz der Engel“ ist der zweite Abschnitt, der auf das „Schweißtuch der Veronika“ folgt. Veronika trifft in Heidelberg auf ihren Enzio, aus der Freundschaft folgt das Verlöbnis, zwischen der mystischen Katholikin und dem Sturm-und-Drang-getriebenen revolutionären Dichter. Alles drängt aufs Drama zu, in dichter deutscher Romantik. Die Mächte der Unterwelt drängen, scheinen siegreich, doch werden…