Mark A. Gabriel: Jesus und Mohammed. Erstaunliche Unterschiede und überraschende Ähnlichkeiten, Resch 2006

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Geboren 1957 in Oberägypten als „Mustafa“ in eine streng muslimische Familie – Koran mit zwölf auswendig – Studium und später Professur für islamische Geschichte an der Al-Azhar-Universität in Kairo, dazu Imam einer Moschee in Gizeh. Als Gabriel die offizielle, moderate Islam-Auslegung öffentlich hinterfragte, verlor er 1991 Stellung und Freiheit: Verhaftung, Folter durch die Geheimpolizei.

Verblüffenden sind die Parallelen

Nach seiner Freilassung kam er über einen christlichen Apotheker zur Bibel und bekehrte sich. Er hat nicht den Koran zurückgewiesen, um Christ zu werden, sondern ist erst Korankritiker geworden, bevor er den Glauben entdeckte. Jetzt drohte ihm sein eigener Vater mit dem Tod; er floh über Libyen und den Kongo nach Südafrika, 1999 in die USA, wo er unter dem Pseudonym Mark A. Gabriel neu anfing.

Verblüffenden sind die Parallelen, die Gabriel zwischen Jesus und Mohammed zieht – beide wurden als Kinder prophetisch angekündigt, von einem Cousin bestätigt, in der Heimat zunächst verworfen, von Gefährten umgeben. Erst danach zeigt Gabriel, wie weit die Lehren auseinanderdriften – zum Beispiel im Umgang mit Feinden und mit Frauen.

Beeidruckender doppelter Zugang

Gabriel zitiert konsequent aus den Quellen selbst – Evangelium, Koran, Hadithen. Sein doppelter Zugang (Al-Azhar-Ausbildung plus eigene Konversionsgeschichte) verleiht dem Vergleich Gewicht. Freilich bietet sein Buch keinen neutralen religionswissenschaftlichen Befund, sondern ist ein erklärtes Zeugnis eines evangelikalen Konvertiten – lesenswert gerade als solches, nicht als akademische Studie.