Christentum und Islam

Was soll ich lesen, um mich mit dem Islam auseinanderzusetzen? Lohnt sich das überhaupt, kann man mit überzeugten Muslimen sprechen? – Ja, viel besser als man denkt! Der Koran ist eine offene Tür, um vom Evangelium zu sprechen – denn offiziell kommt das Evangelium von Allah – und das alte Testament übrigens auch.

Q3:3 Er hat dir das Buch mit der Wahrheit offenbart, das zu bestätigen, was vor ihm (offenbart) war. Und Er hat (auch) die Thora und das Evangelium (als Offenbarung) herabgesandt.

Es gibt zwei Arten, dem Islam zu begegnen: die historisch-kritische Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte. Allerdings wird man dabei mit den meisten Muslimen nicht auf einen grünen Zweig kommen. Einverstanden sind allerdings alle mit einer Auseinandersetzung der Quellen: Koran und Hadithen und die Bibel. Das ist der zweite Weg, der auch die Grundlage christlicher Apologetik ist.

Drei Bücher für den Einstieg in die christliche Apologetik gegenüber dem Islam: hier.

 

Mark A. Gabriel: Jesus und Mohammed. Erstaunliche Unterschiede und überraschende Ähnlichkeiten. Resch-Verlag 2006

Resch-Verlag GmbH Gabriel, Mark A: Jesus und Mohammed | Letzshop

Der ehemalige Al-Azhar-Professor und Islam-Konvertit stellt Jesus und Mohammed direkt aus den Quellen gegenüber – von verblüffenden biografischen Parallelen bis zu grundverschiedenen Lehren etwa im Umgang mit Feinden. Ein Vergleich und ein evangelikales Glaubenszeugnis, kein neutraler religionswissenschaftlicher Befund.

Nabeel Qureshi: Allah gesucht – Jesus gefunden. Eine außergewöhnliche Biografie. CVG 2020

Ein NYT-Bestseller (über 500.000 verkaufte Exemplare), mit kurzen, zügigen Kapiteln, warmherzigem Humor. Qureshi zeigt ein liebevolles Porträt des muslimischen Familienlebens. Er hat kein reines Bekehrungszeugnis geschrieben, sondern zugleich eine kleine Islam-Einführung aus Innensicht und ein Stück Apologetik – gerade darum kann das Buch auch Muslimen zur Lektüre empfohlen werden.

Kern der Erzählung ist die jahrelange Freundschaft mit David Wood, den Qureshi am College im Debattierclub kennenlernte. Wood selbst war kein unbeschriebenes Blatt: Er wurde als junger Atheist wegen eines Mordversuchs an seinem Vater inhaftiert und fand im Gefängnis, durch das Zeugnis eines christlichen Zellengenossen, zum Glauben. Diese beiden – der frühere Gewalttäter und der überzeugte Ahmadi-Muslim – stritten jahrelang freundschaftlich über Islam und Christentum, bis Qureshi über Studium, Träume und schließlich eine schmerzhafte Entscheidung gegen seine Familie zu Christus fand. Aus dieser Männerfreundschaft entstand später der YouTube-Kanal Acts 17 Apologetics, den beide gemeinsam gründeten; Wood führt die Arbeit nach Qureshis frühem Tod 2017 heute vor allem unter @apologeticsroadshow fort.

Constantin Schreiber: Inside Islam. Was in Deutschlands Moscheen gepredigt wird. Econ 2017

Der langjährige Tagesschau-Sprecher (fließendes Arabisch, Jahre als Nahost-Korrespondent) besuchte acht Monate lang dreizehn Freitagsgebete quer durch Deutschland – in sunnitischen wie schiitischen Moscheen, arabisch- und türkischsprachig, in Prachtbauten wie in Hinterhof-Gebetsräume. Das Buch stand auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Es dokumentiert jede Predigt vollständig übersetzt, mit Kontext zur Moschee und anschließendem Kommentar eines Islamwissenschaftlers. Die Predigt-Übersetzungen sind der eigentliche Wert des Buches – Rohmaterial, das man sonst nirgendwo findet.

Aufnahme: Zwiespältig. FAZ und die meisten Feuilletons würdigten es als „Momentaufnahme mit interessanten Einblicken“; zugleich hagelte es scharfe Kritik – etwa von IslamiQ, die dem Autor vorwarf, aus einer nicht-repräsentativen Stichprobe typische Muster antimuslimischer Verallgemeinerung zu bedienen. Auch aus der Islamwissenschaft kam der Einwand, der reißerische Titel stehe im Kontrast zu einem eigentlich eher nüchternen Duktus.

Schreiber ist säkularer Journalist – er vertritt keine christliche oder theologische Perspektive –, aber er bietet eine notwendige Auseinandersetzung mit dem real existierenden Islam in Deutschland, jenseits von Koran-Theorie und offizieller Verbandsrhetorik.