Mit seinem 1940 erschienenen Die Reformation in Deutschland schaffte der katholische Priester und Kirchenhistoriker Joseph Lortz einen historischen Wendepunkt in der Erforschung der protestantischen Entwicklung. Statt verhärteter konfessioneller Polemik legte Lortz eine wissenschaftlich fundierte, sachliche und tiefgründige Analyse der Reformationsereignisse vor.
Er war „der erste katholische Autor, der Luther in seiner gesamten Persönlichkeit darstellte, ohne ihn als Mensch herabzuwürdigen“ (Bost). Das Unternehmen war gewaltig, das Werk ist unübertroffen und zugleich eine literarische Perle. Uneingeschränkt zu empfehlen.
„Die Reformation und ihre herkömmliche Deutung wurden durch Joseph Lortz (1887–1975) auf den Prüfstand gestellt. Die Reformation in Deutschland gilt als die große Wende in der katholischen Lutherforschung. Zu Recht, denn der Verfasser zeichnete ein Bild, das durchaus neu war und die Sichtweise der Katholiken auf Luther und die Reformation nachhaltig veränderte. Bewegung kam aber auch in die Selbstsicht des Protestantismus.“
Dominik Burkard/Jacob Tonner: Reformationsgeschichte katholisch. Genese und Rezeption von Joseph Lortz’ „Reformation in Deutschland“
(1940–1962). Freiburg 2019, S. 9.
Highlights & Besonderheiten des Werkes
- Pionierarbeit von 1940: Der erste sachliche, nicht konfessionsverblendete Blick eines katholischen Theologen auf die Anfänge des Protestantismus.
- Neubewertung Martin Luthers: Eine faire, respektvolle Darstellung der reformatorischen Anliegen und der Persönlichkeit Luthers.
- Sprachliche Perle: Neben seinem hohen wissenschaftlichen Wert überzeugt das Buch durch seine gute literarische Eigenschaft, die das Lesen zum Genuss macht.
- Zeitloser Klassiker: Bis heute ein Standardwerk für Kirchengeschichte, Theologie und historische Quellenarbeit.

