Bonifatius aus England ist der Apostel der Deutschen.
„Papst Gregor III. „riet und befahl“ ihm wieder nach Deutschland zurückzukehren. Ja, er erlaubte ihm später nicht einmal, das angreifende Wanderleben aufzugeben und sich einen festen Wohnsitz zu wählen. Er gehorchte, wie immer, ja er ließ sich bestimmen, seine Tätigkeit auch auf Alemannien und Bayern auszudehnen und schlug selber dem Papst vor, die Mission jetzt endlich auch in Sachsen aufzunehmen. So kam er wieder nach Deutschland. Was er dort in einem Alter, wo andere Leute meist der Ruhe pflegen, noch alles geleistet hat, ist allbekannt.“ (Boehmers Bonifatius-Biographie, S. 208)
So allbekannt ist aber das Leben des Bonifatius tatsächlich nicht. Wer ihn kennenlernen will, findet in seinen Briefen alles, was man braucht.

Wie hat der Engländer sich übrigens auf dem Festland verständigt? Wieder Boehmer (S. 181):
Es „mußte schon damals der Missionar nicht bloß die fremde Sprache lernen, sondern zugleich eine neue Sprache schaffen, d. i. für die Begriffe der christlichen Verkündigung, die den Heiden fehlten, passende Worte suchen und sehr häufig, wie heute, auf gut Glück ganz neue Worte erfinden ¹). Diese doppelte Aufgabe war auch für Wynfreth sicher nicht ganz leicht, denn er stand, als er zuerst nach dem Lahngau und nach Hessen kam, schon in einem Alter, wo der Geist zu solcher Arbeit nicht mehr ganz willig und fähig ist. Aber er war anscheinend sprachbegabt. Das Fränkische, das im fränkischen Friesland und in den Mosellanden gesprochen wurde, hat er sich z. B. nachweislich in kaum 2 Jahren so weit angeeignet, daß er in diesem Idiom nicht nur sich verständigen, sondern förmliche Reden und Predigten halten konnte. Es wird ihm daher trotz seiner mehr als 40 Jahre nicht allzu schwer gefallen sein, nicht nur die Lahngauische und die Hessische Mundart zu erlernen, sondern auch aus beiden Dialekten eine für seine Ver-kündigung brauchbare neue Missionssprache) zu bilden, die auch die Eingeborenen allmählich verstehen lernten, zumal er die andere Sprache, die für den Missionar noch größere Bedeutung hat, die Zeichensprache der Tat und der praktischen Liebesarbeit, aufs vollkommenste beherrschte und in ihr ihnen alles erläutern konnte, was ihnen in der Missionssprache vorerst dunkel geblieben war.“
Es der Zeit der christlichen Sprachbildung haben wir ein paar schöne Worte in der deutschen Sprache. Gott zum Beispiel – mehr hierzu in den Christlichen Wörtern.

