
Über Fatima kann man zunächst das Büchlein der Seherin lesen, Sr. Lucia. Mehr Lektüre hilft jedoch, um in das ganze Geheimnis von Fatima einzudringen. Also: Hünermann lesen!
Wilhelm Hünermann (1900-1975) war Priester im Bistum Aachen und einer der meistgelesenen katholischen Erzähler des 20. Jahrhunderts. Mehr als 50 Romane und Erzählungen, vor allem Heiligenbiografien wie Priester der Verbannten oder Der Pfarrer von Ars, erreichten über drei Millionen Exemplare. Im Dritten Reich erhielt er Unterrichtsverbot, weil er eine Messe für den ermordeten Erich Klausener „und seine Mörder“ gefeiert hatte. Später wurde er mit einem Publikationsverbot belegt. Seine Fatima-Erzählung erschien erstmals 1954 und liegt seit 2001 im Theresia-Verlag neu vor.
Das Buch erzählt die Ereignisse von 1917 aus der Sicht der Kinder. Francisco und Jacinta hüten mit ihrer Kusine Lucia die Schafe, als ihnen eine strahlende Frau erscheint. Niemand glaubt ihnen, und Lucias eigene Mutter hält sie für eine Lügnerin. Die Kinder werden verlacht und vom Verwalter der Region verfolgt, bis zum 13. Oktober, dem Tag des versprochenen Wunders. Hünermann versetzt den Leser mitten in das Portugal des Ersten Weltkriegs, sodass man die Kinder wie ein Augenzeuge begleitet.
Es ist eine Erzählung und keine Quellenedition. Hünermann malt aus und verdichtet. Die spätere Entwicklung kennt die Erzählung von 1954 noch nicht. Dazu zählen die Veröffentlichung des dritten Geheimnisses (2000), Lucias Tod (2005) und die Heiligsprechung von Francisco und Jacinta (2017). Wer wissen will, wie die Seherin selbst berichtet, liest daneben in den Aufzeichnungen Schwester Lucias.
Die Glaubenskongregation hat ebenfalls ein Dokument zur Botschaft von Fatima herausgegeben (13. Mai 2000).
Aus den zahlreichen Werken von Wilhelm Hünermann gibt es mehr noch mehr auf ad-fontes.org. Sein Gesamtwerk findet sich hier, auf der Seite der DNB.

