
Wenn im Hinblick auf die beiden Testamente der Bibel der Ausspruch des heiligen Augustinus gilt, dass „das Neue im Alten verhüllt“ und „das Alte im Neuen enthüllt“ ist und dieser Grundsatz auf Christus selbst bezogen wird, für den die alttestamentarischen Propheten gleichsam Vorausbilder waren – kann diese Lesart nicht ebenso auf die Gottesmutter Maria übertragen werden?
Pater Markus Christoph von der Gemeinschaft Servi Jesu et Mariae hat 24 Frauen aus dem Alten Testament gefunden, die er als „Prototypen“ der heiligen Gottesmutter deutet und in seinem Buch vorstellt. Jede dieser Frauengestalten beleuchtet eine Facette des Lebens und Wesens Mariens. Darunter finden sich bekannte Namen, an die der bibelkundige Leser vielleicht sofort denkt (wie Sara, Hanna, Ester oder Rebekka), aber auch unbekanntere (wie Hulda, Rizpa, Jochebed oder Sulamit – wer kennt sie?).
Angefügte Impulse zum Nachdenken regen dazu an, diese Aspekte im eigenen Leben aufzugreifen und marianisch zu durchdringen. Dabei zeigt der Autor selbstverständlich auch die menschlichen Grenzen der vorgestellten Frauenfiguren auf, deren Handeln sich nicht immer durch makellose Heiligkeit oder moralische Vorbildlichkeit auszeichnete, doch verweist er zugleich darauf, wie diese Schwächen oder sündhaften Neigungen in der Person der unbefleckten Jungfrau überwunden worden sind, sodass gerade im Vergleich der Frauen mit der Gottesmutter die Vorzüge und die Vorbildfunktion Marias offenbar werden. Nach jedem Kapitel werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede tabellarisch gegenübergestellt. Ein besonderes Highlight des Buches: Jedem Gesätz des Rosenkranzes (und zwar allen vier: dem freudenreichen, dem schmerzhaften, dem lichtreichen und dem glorreichen!) wird eine der Frauen und ihr Vergleichspunkt mit Maria zugeordnet, sodass der jeweilige Aspekt nach der Lektüre zusätzlich im Gebet vertiefend betrachtet werden kann.
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